Trinkwasser-Monitoring

1. Aufgabenstellung

Das MIT-Institut bietet den österreichischen Bundesländerverbänden von Trinkwasserwerken an, jährlich oder auch in einem zweijährigen Rhythmus ein verpflichtendes Monitoring durchzuführen.

Es sollen Angaben über die wirtschaftliche Lage, die Aufgliederungen der Ein- und Ausgabenrechnung bzw. Rohbilanz, die Tarifstruktur, im Evaluie-rungszeitraum erfolgten Marketingaktivitäten und Maßnahmen zum Kundenservice, um beispielshaft die wichtigsten zu nennen, erhoben und evaluiert werden.

Neben diesem retrospektiven Ansatz soll zusätzlich auch noch ein Ausblick erstellt werden: geplante Investitionsvorhaben, geplante Marketing- bzw. PR-Aktivitäten sowie organisatorische und rechtliche Veränderungen und geplante Ausschreibungen mit einem kurz-, mittel- und langfristigen Zeithorizont.

Dieses Frühwarnsystem sollte dann helfen, rechtzeitig Informationen über betriebswirtschaftliche Schieflagen in den Wasserwerken zu erhalten, um rechtzeitig Maßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen.


2. Durchführung und Auswertung der Monitoring-Studie

Es ist an eine schriftliche Befragung der Trinkwasserwerke eines Bundesländerverbandes gedacht. An alle Trinkwasserwerke soll ein Fragebogen – versehen mit einem Begleitschreiben der Landesregierung – gesandt werden. Beigelegt wird ein portofrei gemachtes Antwortkuvert. Um die Rücklaufquote zu erhöhen, wird nach einer gewissen Wartezeit ein Erinnerungsschreiben an jene Befragungsteilnehmer geschickt, die sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht an der Befragung beteiligten.


2.1 Planung der schriftlichen Befragung und Erstellen des Fragebogens

Arbeitsschritte:

  • Planung der Befragung. Im Rahmen der Literatursammlung und Befragungen bezüglich der Errichtung einer Kärntner Wasseragentur können auch Informationen über allfällige Monitoring- oder ähnliche Erhebungen anderswo gesammelt werden.

  • Erstellung und Herstellung des Fragebogens:
    • Entwurf des Fragebogens
    • Pre -Tests bei ungefähr 10 Trinkwasserwerken unterschiedlicher Größe in Form von mündlichen Interviews, um die Validität und Reliabilität der einzelnen Fragen zu testen.
    • Approbation durch den Auftraggeber
    • Herstellung der Fragebögen


  • Erhebungsdimensionen:

    A. Bestandserhebung

    Zustand und Länge der Leitungsnetze, Größe des Versorgungsgebietes (Einwohner und Fläche), Bodenverhältnisse, Trinkwasserqualität, Wasserkapazität, Wasseranalysen, Rechtsform und Beteiligungen, Managementsystem, Personal, Kundenservice, Wasseraufbereitung, Anzahl der Wasseranschlüsse, Grundwasserspiegel et al..

    B. Retroprospektiv – über das abgelaufene Geschäftsjahr

    • Einnahmen und Ausgaben – nach signifikanten Aufwands- und Erlöspositionen gegliedert. Es soll ein Erfassungsschema erarbeitet werden, dass sowohl die größeren buchhaltungspflichtigen Unternehmen als auch die kleinen Trinkwasserwerke mit einer Einnahmen-/Ausgabenrechnung – zumindest nach wichtigen – Positionen erfassbar und vor allem vergleichbar macht.
    • Förderungen, Subventionen sowie Verlustabdeckungen
    • Detaillierte Darstellung der Tarifstruktur der Wassergebühren
    • Wasserverlustrate, Wassersicherheit
    • Begonnene und abgeschlossene Investitionen
    • Instandhaltungsarbeiten und andere außergewöhnliche Belastungen
    • Kundenserviceaktivitäten
    • PR- und andere Marketingaktivitäten
    • Sonstige Maßnahmen
    • Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage


    C. Prospektiv (kurz-, mittel- und langfristig)

    • Sanierungsbedarf der Leitungsnetze
    • Geplante und notwendige Investitionen (technische Baubeschreibung, Finanzierungsoptionen, Rentabilitätsberechnungen mit Hilfe von dynamischen Investitionsrechnungen sowie allfälliger privater Beteiligungen und Förderungen durch die öffentliche Hand).
    • Geplante rechtliche, organisatorische und personalmäßige Veränderungen im Unternehmen (inkl. geplante private Beteiligungen)
    • Geplante Änderungen in der Tarifstruktur
    • Geplante Ausschreibungen
    • Geplante Veränderungen im Personalbereich (inkl. geplante Qualifizierungsmaßnahmen)
    • Geplante PR- und Marketingaktivitäten sowie geplante Maßnahmen beim Kundenservice
    • Einschätzung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage


    2.2 Auswertung der Fragebögen

    • Bei den einlangenden Fragebögen werden die offenen Fragen kategorisiert, d.h die unterschiedlichen Antworten werden zu Gruppen zusammengefasst.
    • Die Antworten auf die einzelnen Fragen, die entweder in vorgegebenen oder in nachträglich nummerierten Antwortkategorien vorliegen, werden in ein Datenfile übertragen.
    • EDV–gestützte Auswertung. Die Antworten auf die einzelnen Fragen liegen dann insgesamt und nach sinnvollen Gruppen unterteilt (z. B. nach der Größe des Trinkwasserwerkes oder nach den politischen Bezirken u.a.m.) vor.
    • Bei den zukünftigen Monitoring – Studien sollte dann auch eine Einzelauswertung für jedes Trinkwasserwerk vorgenommen werden. D.h. die Ergebnisse des jeweiligen Wasserwerkes sollen mit einem Gruppendurchschnitt bzw. mehreren Gruppendurchschnitten oder dem Gesamtergebnis verglichen werden können. Denn nur so kann das Monitoring seinem Anspruch, ein Steuerungsinstrument in der Wasserwirtschaft zu sein, gerecht werden.


    2.3 Berichtslegung


    • Erstellen eines Tabellenbandes und eines Kurzberichtes.
    • Die Zusendung des Tabellenbandes und des Kurzberichtes an alle Teilnehmer an der Befragung mit der Bitte um ein Feedback.
    • Erstellen von Verbesserungsvorschlägen bezüglich Erhebungsrhythmus (jährlich oder ein anderer Zeitraum), zu wählende Erhebungsfragen in den kommenden Erhebungen, Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
    • Präsentation der Ergebnisse vor dem Auftraggeber


    2.4 Kostenposten der Monitoring-Studie

    2.1 Planung der Erhebung

    2.2 Durchführung und Auswertung

    2.3 Berichtslegung